Essen, Witz und Liebe - Ein Abend mit jiddischen Liedern und jüdischem Humor


„Die Melodie kommt aus der Sprache. Du willst etwas mitteilen, möglichst ausdrucksvoll, schon beginnen die Worte zu tanzen.“
(Arik Brauer)

Dass das Erzählen, Singen und Tanzen eine Einheit bilden, wissen viele Kulturen der Welt.
Auch in der jüdischen Tradition haben Sprache, Musik und Tanz seit Jahrhunderten eine
Gemeinschaft stiftende Bedeutung. Im Gottesdienst werden die Gebete und die Lesungen
gesungen, bei Festen erklingt „Klezmer“-Musik, zu der getanzt wird. Lieder mit Texten in
jiddischer Sprache erzählen von Liebe und Sehnsucht, von bitterer Armut und dem Traum
von einem besseren Leben, und der jüdische Witz ist voller Selbstironie, oft versetzt mit
einem Schuss Melancholie. Doch ob traurig oder fröhlich: immer wird das Leben bejaht.
Nicht zufällig heißt „Prost“ auf Jiddisch und Hebräisch: „Le-chaim“ (wörtlich. „Auf das
Leben!“).

In einem bekannten jiddischen Lied, „Rosinkes mit Mandlen“, vereinen sich eine wiegende
Melodie und ein nachdenklicher Text, in dem es nur vordergründig um Nüsse mit Sultaninen
geht. Kann man einen Menschen „zuviel lieb“ haben? Ja, sagt ein anderes Lied aus dem
jiddischen Repertoire. Liebende neigen bekanntlich zur Übertreibung …

Die Opern- und Konzertsängerin Daniella Rieger-Böhm entdeckte vor einigen Jahren den
Schatz des jiddischen Liedguts für sich, und hat zusammen mit ihrem Ehemann, Helmut
Rieger, der viele dieser Lieder arrangiert hat und auf Klavier oder Klarinette spielt, ein
Programm zusammengestellt, das die musikalische und poetische Bandbreite dieser Lieder
zeigt. Jaroslaw Rafalsky (Percussion) wird für den richtigen Rhythmus sorgen und Julia
Netter bereichert mit Erzählungen aus dem Alltagsleben gepaart mit jidischem Humor
diesen außergewöhnlichen Abend – kulinarische Überraschungen inbegriffen.

Freitag, 22. Oktober 2021 Altes Rathaus: Rottmayrstr. 16, 83410 Laufen 19 – 21:30 Uhr

Anmeldung hier

Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und
Kultus gefördert und wird in Kooperation der VHS Rupertiwinkel mit der Stadt Laufen
durchgeführt. Eintritt frei

 

 


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